Stripchart, Stripplot (engl.: Strip Chart, Strip Plot)
Ein (sozialwissenschaftlicher) Stripchart stellt die Werte einer metrischen Variablen mit vielen Ausprägungen in einem »Streifen« als Punkte dar. Man kann ihn als eindimensionales Streudiagramm auffassen. Stripcharts sind vor allem geeignet für kleinere Stichproben; bei größeren Stichproben ist damit zu rechnen, dass viele Werte mehrfach vertreten sind, was möglicherweise in der Graphik nicht oder nicht adäquat wiedergegeben werden kann (u. U. kann man durch »jittern« die Überlagerung von Punkten reduzieren). Gerade bei kleinen Stichproben sind Stripcharts eine gute Alternative oder Ergänzung beispielsweise zu Boxplots, da sie die Verteilung der Datenwerte genauer wiedergeben. Wie Boxplots sind Stripcharts auch gut für Gruppenvergleiche geeignet.
Der deutsche Begriff Streifendiagramm bezeichnet meist eine andere Graphik; daher wird hier der englische Begriff verwendet.
Das folgende Diagramm zeigt eine (nach echten Daten simulierte) Verteilung von Haushaltsäquivalenzeinkommen. Es ist eine deutliche Häufung der Werte im Bereich um 2.000 und bis zu 2.700 Euro zu sehen. Es zeigt sich aber auch, dass bereit bei 100 Fällen wie hier die Gefahr besteht, dass viele sehr eng beisammenliegende Werte nur mehr eine undifferenzierte Linie ergeben.
Stripplots können auch für Gruppenvergleiche herangezogen werden, wie die zweite Graphik zeigt:
Der Begriff Strip Chart kann im angelsächsischen Sprachraum in anderen Kontexten auch bezeichnen: (a) Diagramme, wie sie hier im Eintrag zu Streifendiagrammen vorgestellt werden, und (b) Aufzeichnungen kontinuierlich gewonnener Messdaten (etwa aus dem Bereich Meteorologie) auf Streifenpapier.
Siehe auch: Beanplot, Beeswarm-Plot, Box-and-Whisker-Plot, Dotplot, Sinaplot, Stem-and-Leaf-Diagramm, Violinenplot.
© W. Ludwig-Mayerhofer, ILMES | Last update: 1 Mar 2025