Stabdiagramm

Ein Stabdiagramm stellt die Häufigkeiten oder Anteile der Werte einer Variablen in Form von (meist vertikalen) Stäben dar.

Variablen mit gruppierten oder wenigen diskreten Messwerten

Im Falle gruppierter Messwerte oder diskreter Daten mit nicht zu vielen Ausprägungen entspricht das Stabdiagramm einem Säulen- oder Balkendiagramm mit sehr schlanken Elementen (eben den Stäben statt der breiteren Säulen/Balken). Vereinzelt kommt es in der Literatur (vor allem auf Webseiten) vor, dass nicht zwischen Säulen und Stäben unterschieden und beides als Stabdiagramm (oder auch als Säulen-/Balkendiagramm) bezeichnet wird.

Das folgende Beispiel zeigt die Verteilung der Antworten aus einer Umfrage auf die Frage nach der Anzahl der Räume der Wohnung der Befragten (100 Datenwerte, simuliert in Anlehnung an einen echten Datensatz). Man kann ablesen, dass weniger als fünf Prozent der Haushalte nur über einen einzigen Raum verfügen, etwa 17 Prozent über zwei Räume, usw. Wenn die Kenntnis der exakten Datenwerte wichtig ist, können diese zusätzlich in der Graphik angezeigt werden.

Stabdiagramm

Variablen mit vielen verschiedenen metrischen Messwerten

Bei metrischen Merkmalen mit vielen verschiedenen Ausprägungen ist für den Eindruck von der Verteilung weniger die Höhe der einzelnen Stäbe relevant (wenn z.B. jeder Messwert nur einmal auftritt, haben alle Stäbe die gleiche Höhe), sondern wie dicht die Stäbe beieinander stehen (Schlittgen 2012, S. 16/17). Das folgende Beispieldiagramm zeigt (fiktive, aber nicht ganz unrealistische) Einkommensdaten von 100 Untersuchungseinheiten (die gleichen Daten können auch als Histogramm betrachtet werden). Man sieht eine gewisse Konzentration von Einkommen um den Wert 2.000 Euro herum und auch noch (schwächer) im Bereich bis 2.700 Euro.

Stabdiagramm

Bei zu vielen Werten – etwa ab einigen hundert – ist das Stabdiagramm jedoch meist nicht mehr geeignet, weil sich statt nebeneinander stehender Stäbe nur mehr eine undifferenzierte Fläche ergibt (selbstverständlich ist das auch eine Frage des Maßstabes, insbesondere der Breite des Diagramms).

Literatur

  • Schlittgen, Rainer: Einführung in die Statistik. Analyse und Modellierung von Daten. 12., korrigierte Auflage, München: Oldenbourg, 2012

© W. Ludwig-Mayerhofer, ILMES | Last update: 11 Feb 2025